Nordseeküstenbericht

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung Juli 2019

Trotz einer extremen Hitzewelle in der letzten Monatsdekade stellte der Juli keinen Rekordmonat dar. An den Küsten war es um 1 bis 2 K wärmer als im Mittel der Jahre 1961-1990, während das Niederschlagsaufkommen unter dem Durchschnitt lag. Anfang Juli endete mit Durchzug einer Kaltfront die Hitzewelle von Ende Juni. Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa sorgten in der ersten Monatshälfte in Norddeutschland für kühle Witterung. Vielfach stiegen die Temperaturen nicht über die 20-Grad-Marke. Etwas wärmer, mit Höchsttemperaturen bis um 24 °C, wurde es insbesondere vom 10. bis 13. an der Ostsee, als am Südrand eines von den Britischen Inseln über Dänemark nach Polen ziehenden Tiefs mäßig warme Atlantikluft nach Deutschland gelangte. Anschließend floss am Rande eines Hochs über den Britischen Inseln wieder kühlere Luft in den Norden. Durch die Verlagerung eines Hochdruckgebiets nach Osteuropa konnten in der letzten Monatsdekade heiße Luftmassen aus Nordafrika über Spanien bis nach Skandinavien vordringen. Die damit verbundene Hitzewelle sorgte selbst an den Küsten für Höchsttemperaturen bis um 36 °C und Tropennächte (Minimum der Lufttemperatur von 20 °C und mehr). Gegen Monatsende brachten dann Tiefs feuchte Atlantikluft heran, womit die Gefahr von Unwettern aufkam. Am 31. Juli zog eine Gewitterlinie über Norddeutschland, die zu ergiebigen Niederschlägen führte.

Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Die Monatsmitteltemperaturen lagen bei knapp 17 bis 18,5 °C und somit um 1 bis 2 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Am 1. Juli wurden noch Tageshöchsttemperaturen bis um 22 °C gemessen. Anschließend sank das Temperaturniveau. Bis zum 17. Juli wurde nur selten die 20-Grad-Marke überschritten. Am 18. Juli trat dann der erste Sommertag des Monats auf mit maximalen Temperaturen bis knapp über 25 °C. Am 20. Juli gab es Werte bis rund 28 °C. Dann folgte eine Hitzewelle. Vom 23. bis 26. kletterten die Temperaturen über 30 °C. Am 24. und 25., dem Höhepunkt der Hitzewelle an der Nordsee, erreichten die Maxima bis um 35 bzw. 36 °C. Mehrere Stationen verzeichneten Temperaturrekorde für Juli, Norderney sogar einen Allzeit-Hitzerekord. In den Nächten zum 25. und 26. Juli sanken die Temperaturen teilweise nicht unter 20 °C, was als Tropennacht bezeichnet wird. Das hohe Temperaturniveau im letzten Monatsdrittel schlug sich in der Anzahl der Sommertage (Maximum der Lufttemperatur von 25 °C und mehr) und heißen Tagen (Maximum der Lufttemperatur von 30 °C und mehr) nieder. So gab es im Juli meist 4 bis 10 Sommertage, während im Mittel nur bis zu 5 auftreten. Auch die bis zu 4 heißen Tage waren unüblich, denn erwartet wird maximal ein heißer Tag.

Der Juli war sehr trocken. Meist fiel an Küste und im Inselbereich Niedersachsens nur um 20 bis 40 mm Regen, was Defiziten von 50 bis 70 % entspricht. An der Küste Schleswig-Holsteins und auf Helgoland gab es um 50 bis 60 mm Regen und damit Defizite von rund 10 bis 30 %. Ergiebige Tagesniederschläge von 10 bis 20 mm traten nur vereinzelt auf, z.B. am 11., 20. und 31. Juli.

Mit 160 bis 210 Sonnenstunden wurden die Sollwerte um bis zu 30 % unterschritten.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen der Stärke 8 Bft wehte vor allem in der ersten beiden Julitagen. Anschließend traten Böen der Stärke 8 Bft nur noch vereinzelt auf.

auszugsweise Abschrift - Text nicht verändert - Aktualisierung jeweils ab 05. d. Folgemonats