Deutschland:
Frühjahr 2026: sehr mild, außergewöhnlich sonnig und deutlich zu trocken.
Das Frühjahr 2026 zeigte sich in Deutschland von seiner sehr milden Seite. Einzelne Kälterückfälle bremsten den warmen Trend nur vorübergehend; zum Finale wurde es sommerlich, regional sogar hochsommerlich heiß. Längere trockene Phasen wurden teils von kräftigen Niederschlägen und lokalen Starkregenereignissen unterbrochen, während Teile des Südens und Südosten unter einem erheblichen Niederschlagsdefizit litten. Die Sonne spendierte außergewöhnlich viele Stunden und ließ das Frühjahr vielerorts eher an südlichere Breiten erinnern.
- Ungewöhnlich mildes Frühjahr mit hochsommerlichem Finale.
Der Temperaturdurchschnitt lag im Frühjahr 2026 mit voraussichtlich 9,9 °C um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (7,7 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (8,9 °C) betrug die Abweichung 1,0 Grad. Damit dürfte das Frühjahr 2026 zu den zehn mildesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 zählen. Einzelne Kälterückfälle Ende März und um die Eisheiligen änderten daran wenig. Vor allem das warme Maiende schraubte die Gesamtbilanz nochmals nach oben und gab dem Frühjahr einen sommerlich bis regional hochsommerlichen Schlusspunkt.
- In der Fläche gut ein Drittel trockener als im Klimamittel – gebietsweise starke Regenfälle.
Im Frühjahr 2026 fielen bundesweit rund 126 l/m² an Niederschlag. Damit erreichte die Saison nur etwa 68 Prozent des langjährigen Mittels der Referenzperiode 1961 bis 1990 (186 l/m²); gegenüber 1991 bis 2020 (171 l/m²) waren es rund 74 Prozent. Besonders trocken verlief der April, der nur gut die Hälfte seines Niederschlagssolls erreichte. Erst der Mai brachte nennenswerte Regenmengen und bremste das Defizit. Die größten saisonalen Mengen konzentrierten sich auf die Mittelgebirge und den Alpenrand, wo örtlich um 250 l/m² zusammenkamen. Das markanteste Niederschlagsextrem ereignete sich jedoch am 19.4. in Röbel/Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte: 83,4 l/m² fielen dort binnen eines Tages – mehr als sonst in einem durchschnittlichen April. Während lokal also Wasser in äußerster Wucht fiel, blieb es in Teilen Süddeutschlands außergewöhnlich trocken. Bayern steuert nach den jüngsten Berechnungen sogar auf das trockenste Frühjahr seit 1881 zu.
- Außergewöhnlich heller Lenz 2026 – im Nordosten mit neuen Sonnenscheinrekorden.
Mit rund 692 Std. (467 Std.) lag das Frühjahr 2026 etwa 48 Prozent über dem Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Selbst gegenüber der neueren und bereits sonnigeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (522 Std.) ergab sich noch ein Plus von rund 33 Prozent. Nach dem außergewöhnlich sonnigen Frühjahr 2025 mit 695 Std. folgte damit bereits das zweite Sonnenscheinextrem in Serie. Besonders im Norden und Nordosten erreichte die Sonne gebietsweise über 750 Std. – ein Rekord-Lichtangebot, das stellenweise eher an südlichere Breiten als an ein klassisches mitteleuropäisches Frühjahr erinnerte.
Quelle : Deutscher Wetterdienst
(DWD) - vorläufige Auswertung - auszugsweise Abschrift
Schleswig-Holstein:
Der äußerste Norden steuerte im Frühjahr 2026 mit einer Gebietsmitteltemperatur von 9,2 °C (7,1 °C) auf eine 2,1 Grad zu milde Witterung zu. Zum Saisonfinale wurde es auch zwischen Nordsee und Ostsee zeitweise sommerlich warm; in der letzten Maiwoche erreichten die Temperaturen im Binnenland vorübergehend über 25 °C. Beim Niederschlag blieb Schleswig-Holstein klar unter dem Soll: Mit rund 100 l/m² (155 l/m²) kamen nur etwa zwei Drittel der üblichen Saisonmenge zusammen. Besonders auffällig war das Lichtangebot: In der die Bilanz standen rund 704 Std. (492 Std.). Damit rückte das Frühjahr 2026 in Schleswig-Holstein beim Sonnenschein voraussichtlich in die Spitzengruppe der Messreihe seit 1951.
Quelle : Deutscher Wetterdienst
(DWD) - vorläufige Auswertung - auszugsweise Abschrift
Husum-Schobüll:
Der Frühling 2026 lag mit einer Mitteltemperatur von 9.0 °C um 0.7 Grad über dem langjährigen Mittel.
Der Niederschlag blieb mit 120 l/m² unter dem Soll (76 %). Die Sonne schien reichlich mit 722 Std. (121 %)
Zwei Sommertage wurden verzeichnet, 14 Frosttage, 35 Bodenfrosttage und wieder kein Tag mit einer Schneedecke.
Der Vegetationsbeginn war 2026 am 22. März , 1 Tag früher als 2025.
Die März-Monatsmitteltemperatur war zu warm. Es gab zu wenig Niederschlag. Die Sonne schien überdurchschnittlich.
Anfangs dominierte milde und meist trockene Luft bei andauerndem Hochdruckeinfluss das Wetter, zeitweise mit morgendlichem Nebel und auch frostigen Temperaturen. Zum Ende des Monats brachten dann Tiefausläufer feuchtkalte polare Meeresluft zu uns und gestalteten das Wetter zunehmend wechselhaft. Typisches Aprilwetter stellte sich ein.
Die April-Monatsmitteltemperatur lag über dem langjährigen Durchschnitt. Es gab zu wenig Niederschlag. Die Sonnenscheinsumme war weit über dem Durchschnitt. Unaufgeregtes Wetter bestimmte den diesjährigen April. Tiefausläufer schafften es in der Regel nur zu einem vorübergehenden Wechsel der Luftmassen. Tagsüber mild, nachts kühl und ein niederschlagsarmer Monat. Allein der oft auffrischende unangenehm kühle Wind trübte den Gesamteindruck.
Die Mai-Monatsmitteltemperatur war etwas zu warm. Der Niederschlag lag etwa im Normalbereich. Die Sonne schien überdurchschnittlich.
Auch wenn insgesamt wenig Niederschlagstage zu verzeichnen waren, begann der Mai schon nach den ersten Tagen recht kühl und ungemütlich, auch mit Bodenfrosttagen. Die Monatsmitteltemperatur bewegte sich längere Zeit unter der Durchschnittstemperatur. Dann ab Mitte des Monats legten Temperatur und Sonnenschein in der herangeführten milden Luftmasse kräftig zu, während der Niederschlag sich weiterhin zurückhielt. Nur zwei Tage mit Starkniederschlägen reichten für die Hälfte der Monatsmenge. Eine Kaltfront, die am 29. Mai einen Wetterwechsel einleitete, blieb im Raum Husum-Schobüll fast wirkungslos. Insgesamt ein versöhnlicher Abschluss.