Synoptische Übersicht Kurzfrist - täglich 08 und 18 Uhr UTC
Synoptische Uebersicht - Kurzfristausgegeben am Samstag, den 17.01.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE:Bis auf Weiteres Hochrandlage (CHRISTIAN) mit z.T. scharfer Inversion. In Sachsen mitunter prominent auftretender Böhmischer Wind. Ansonsten ereignisarm mit zunehmender Abtrocknung/Sonnenanteile von Osten. Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC Aktuell ... sind die Rollen auf der europäischen Wetterkarte klar verteilt: westlich von uns ein schmalbrüstiger, in Kürze über der Iberischen Halbinsel abtropfender Höhentrog mit korrespondierender, sehr unscheinbar anmutenden meridionalen Tiefdruckrinne. Knapp östlich dagegen ein potenter Höhenrücken mit inzwischen abgeschlossener 568gpdmIsohypse über den baltischen Staaten und einem nicht minder potenten Bodenhoch namens CHRISTIAN (1045+x hPa), das seine Fühler von Russland aus keilförmig sowohl in Richtung Skandinavien als auch in Richtung Balkan ausstreckt. Es bedarf keiner sonderlich ausgeprägten meteorologischen Fantasie, dass wir damit inmitten einer hochwirksamen Blockierung stecken, bei der atlantische Einflüsse bis auf Weiteres (wie weit, das versucht die heutige Übersicht Mittelfrist herauszuarbeiten) abgemeldet sind.Blockierung ist das eine, Inversion das andere. Schaut man sich die Mittagsaufstiege an, lässt sich vor allem im Osten und Süden eine veritable Sperrschicht bei 900 hPa oder etwas darunter detektieren. Besonders in Bayern, wo unter dem Hochnebel vielerorts Dauerfrost herrscht, ist die Inversion scharf ausgeprägt (T850 um 8°C). Im Westen und Nordwesten hingegen ist die Sperrschichtnoch gar nicht angekommen, weil das Absinken noch nicht richtig greift und sich noch keine Grundschicht ausbilden konnte. Stattdessen heute bei Sonne satt noch mal Vorfrühling mit Temperaturen bis zu 12 oder gar 13°C.In der nun in Kürze folgenden Nacht tut sich an der beschriebenen Konstellation nicht viel. Der östliche Bodenwind verfrachtet den Hochnebel respektive den tiefen Stratus, der zwischen Sachsen und Ostsee sowie in Bayern den Tag bestimmte, langsam aber sicher gen Westen. Dort sowie im Südwesten kann sich zuvor noch das ein oder andere Nebelfeld bilden, während sonst stärkere Sichteinschränkungen auf die Hochlagen der Mittelgebirge durch aufliegende Wolken beschränkt bleiben. Gering bewölkt oder klar geht die Nacht bis zum Morgen in Lagen oberhalb etwa 700 m (im Osten etwas höher) sowie in Teilen Westdeutschlands, insbesondere in NRW, über die Bühne. Lücken werden später auchim Lee der östlichen Mittelgebirge (Ostbayern, Sachsen nordwärts) gerissen. Bis auf den Norden sowie regional im Westen und Südwesten geht die Temperatur inden leichten, im südlichen Bergland bei Aufklaren mäßigen Frostbereich zurück. Vereinzelte Glätte kann es in klaren Gebieten durch Reif, bei Nebel durch gefrierende Nässe geben. Unter dem Hochnebel/Stratus hingegen geht die Glättegefahr gen null. Im südöstlichen Sachsen bleibt der Böhmische Wind treu bei der Sache bzw. legt sogar noch etwas zu (Böen 7, vereinzelt 8, exponierte Kämme bis 9 Bft), während er im Bereich der ostbayerischen Mittelgebirge wenigergarstig unterwegs ist. Sonntag ... ändert sich die Strömungskonfiguration nur wenig. Wir verbleiben aufder Westflanke von CHRISTIAN, der sein Zentrum noch etwas dichter an das östliche Mitteleuropa heranschiebt. Dadurch verschärft sich der Druckgradient gerade im Osten geringfügig, was im Verbund mit einem sich aufbauenden LLJ (925 und 850 hPa bis zu 50 Kt) dem Böhmischen Wind weiteres Futter gibt. Dieser weitet sich nun auch weiter nach Westen aus und setzt im Erzgebirgsvorland föhnige Impulse. Z.T. wird es richtig stürmisch und in Kammniveau würde sogar eine Böe 10 Bft nicht vollkommen überraschend kommen. Etwas Böhmischer Wind tritt auch an den ostbayerischen Mittelgebirgen auf, allerdings vorwiegend auf einem Niveau, der über Böen 67 Bft nicht hinausgeht. Ähnlich sieht es am leichtföhnigen Alpenrand aus, wo in anfälligen Tälern Böen gleicher Größenordnung nicht ganz ausgeschlossen werden können.Damit ist die einzige spannenden Geschichte, die morgen aus atmosphärischer Sicht auf der Karte steht, auch schon auserzählt. Darüber hinaus gilt es nur noch zu konstatieren, dass die Inversion von Osten allmählich absinkt und die Grundschicht damit immer mehr gestaucht wird. Außerdem weht der östliche Wind unterhalb der Inversion kontinuierlich eine trockenere Kontinentalluft mit negativen Taupunkten heran. Abtrocknung von oben, Abtrocknung von der Seite kein Wunder, dass die Sonnenanteile von Ost nach West fortschreitend immer weiter zunehmen. Weitgehend bedeckt oder trüb bleibt es im windschwachen Südwesten etwa vom Saarland und dem Hunsrück bis hinunter ins westliche Alpenvorland. Und auch im Nordwesten könnte es eine sehr lange Zeit in Anspruch nehmen, bis das starke Gewölk auf die Nordsee bzw. in die benachbarten Niederlande abgeschoben wird. Thermisch läuft es in weiten Landesteilen auf eine Höchsttemperatur zwischen 0 und 5°C hinaus. Etwas milder mit 69°C leebedingt Teile von NRW, das Erzgebirgsvorland sowie der Alpenrand. Leicht negativ dagegen der Tageshöchstwert im Dauergrau Südwestdeutschlands. In der Nacht zum Montag macht die Abtrocknung weitere Fortschritte, was Deutschland bei klarem Himmel verbreitet leichten, im Südosten sowie der östlichen Mitte mäßigen Frost bringt. Nur vereinzelt sind unmittelbar an der Seesowie im Westen noch wenige Zehntel über null möglich. Glätte (Reif) dürfte in dieser trockenen Luft kaum noch eine Rolle spielen. Im Südwesten, grob zwischen Eifel und bayerisch Schwaben, halten sich in den tieferen Lagen noch Hochnebelreste, die sich nicht auflösen. "Richtiger" Nebel tritt auch am ehestenim Südwesten auf, allerdings nur lokal. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC Montag ... siehe Übersicht von heute Morgen. Modellvergleich und einschätzungKeine Ergänzungen. Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Jens Hoffmann |
Synoptische Übersicht - Kurzfrist
Die Synoptische Übersicht - Kurzfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den Zeitraum Heute bis Übermorgen.
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Aufbau und Erklärungen
