Synoptische Übersicht Mittelfrist - täglich mittags

syn Vorhersage

Synoptische Uebersicht - Mittelfrist

T ausgegeben am Samstag, den 24.01.2026 um 10.30 UTC
Es bleibt wechselhaft und winterlich.

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 31.01.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag befindet sich Mitteleuropa im Einflussbereich eines Troges der sich mit mehreren Drehzentren von der Barentssee bis nach Nordägypten erstreckt. Ein Höhentief befindet sich anfangs über Brandenburg/Polen. Über dem Atlantik indes nähert sich weiterer Trog Westeuropa. An dessen Vorderseite wölbt sich ein Höhenkeil nordwärts und verdrängt das Höhentief/Trog nach Nordosten. Im Umfeld das nach Osten abziehenden Höhentiefs, gibt es anfangs leichte bis mäßige Schneefälle, die bis nach Süddeutschland reichen. Unter den Höhenkeil lassen die Niederschläge rasch nach. Im Laufe der zweiten Tageshälfte greift jedoch die Warmfront eines atlantischen Sturmtiefs, dass sich aus einer Welle innerhalb des atlantischen Langwellentroges gebildet hat, von Westen her auf Deutschland über. Eine Sturmlage erwartet Deutschland aber nicht, da das Kerntief bei den Britischen Inseln verbleibt. Bei uns springen nur die Nordseeküste und vielleicht noch die westlichen Mittelgebirge auf den Wind an. Je weiter der Tag bzw. Nacht fortschreitet und die Temperaturen wieder im Frostbereich liegen, könnte es nachts und Mittwoch früh gebietsweise zu gefrierenden Regen kommen. Die Phase ist aktuell aber noch sehr unsicher. Im Laufe des Mittwochs trogt der atlantische Trog über dem westlichen Mittelmeer aus, so dass über dem warmen Wasser Zyklogenese einsetzt. Die Frontalzone verlagert sich indes über Deutschland in den Keil hinein und gerät unter Absinken. Die Niederschläge lassen insgesamt nach, wobei nach Nordosten die feste Phase dominiert. Die genaue Trogkonfiguration ist aktuell aber noch sehr unsicher. Die Warmluftzufuhr nach Deutschland wird aber abgeschnürt. In der Nacht zu Donnerstag fließen wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland. Gleichzeitig formiert sich an einen Randtrog des atlantischen Langwellentrog erneut ein Sturmtief.
 
 Am Donnerstag
greifen der atlantische Trog und das neu gebildete Sturmtief auf Westeuropa über. Eine vorlaufende Frontalzone sorgt in der Nacht zu Freitag für Niederschläge über Deutschland, die je nach Timing auch gefrieren können. Auch der Wind frischt im Westen und Norden auf. An den Küsten und auf den Bergen werden Sturmböen erwartet.
 
 Am Freitag
verlagert sich das Höhentief bzw. Bodentrog über den Westen von Deutschland hinweg. Dabei bleibt der Wind frisch bis stürmisch und es muss immer mal wieder mit schauerartigen Niederschlägen kommen. Phasen können quasi alle auftreten. Gleichzeitig regeneriert sich der atlantische Langwellentrog und es bildet sich erneut ein Sturmtief über dem Atlantik. Dessen Ausläufer sollen nach dem aktuellen IFS Lauf bereits in der Nacht zu Samstag auf Westdeutschland übergreifen.
 
 Am Samstag
nähert sich das Sturmtief Deutschland an, füllt sich aber langsam wieder auf und verbleibt letzten Endes über den britischen Inseln. Über Deutschland gibt es an der Frontalzone leichte bis mäßige Niederschläge, die im Bergland als Schnee fallen. Aber auch die gefrierende Phase ist bei einer teils kalten Grundschicht lokal nicht auszuschließen. In der erweiterten Mittelfrist blockiert weiterhin ein dominierendes Hoch über Nord und Osteuropa/Russland die Tiefausläufer, die vom Atlantik auf Europa treffen. Meist wird der Trog Richtung Mittelmeer abgelenkt, was dort zu einen teils sehr nassen und windigen Witterungsabschnitt führt. FAZIT: Zu der mittelfristigen Wetterlage ist zusammenfassen zu sagen, dass ein umfangreicher atlantischer Trog von einem recht stabilen und kalten Hoch über Nord- später auch über Osteuropa und Russland blockiert wird. Der atlantische Trog regeneriert sich immer wieder und induziert mehrere Sturmtiefentwicklungen, die vor allem über Westeuropa das Wetter stürmisch halten. Bei uns sorgen deren Tiefausläufer für einen wechselhaften aber weiterhin winterlichen Witterungsabschnitt.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Vorhersagen des IFS mit seinen Vorläufen sind bis zum Ende des Mittelfristzeitraums recht konsistent. Es gibt natürlich Variationen wann genau welcher Randtrog oder Höhentief über Mitteleuropa hinwegzieht. Die großsynoptischen Strukturen wie die atlantischen Sturmtiefs die am Dienstag/Mittwoch (Westeuropa) und Donnerstag/Freitag bzw. auch am kommenden Wochenende auch Mitteleuropa betreffen könnten recht ähnlich simuliert. Insgesamt stellt sich ein wechselhafter, im Westen und Nordwesten zeitweise auch stürmischer Witterungsabschnitt ein. Es bleibt winterlich mit verbreitet Nachfrösten und es gibt vor allem im Bergland immer mal wieder teils stärkeren Schneefall. Auch gefrierender Regen könnte immer mal wieder Thema werden.

Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch im Vergleich mit anderen Globalmodellen gibt es keine andere Prognose. Es gibt natürlich Unterschiede in der Trogkonfiguration und wann, wie die Frontalzonen auf Deutschland übergreifen. Im Gro simulieren aber alle die gleiche wechselhafte und teils winterliche Wetterlage.

Bewertung der Ensemblevorhersagen
In dem Ensemble des ECMWFs gibt es einen nur leicht schwankenden Temperaturtrent in 850 hPa um -2 Grad herum und auch im 500 hPa Geopotenzial sind die Schwankungen nur sehr geringfügig bis zum Ende der Mittelfrist. Der Spread bleibt eher gering. In den Clustern ist bis 360 h eine negative NAO zu erkennen. Eine Umstellung der Wetterlage ist aktuell nicht in Sicht.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen GLÄTTE/SCHNEE Quasi im gesamten Mittelfristbereich kann es immer mal wieder zu leichten bis mäßigen Schneefallen kommen. Oftmals ist die Phase der Niederschläge sehr unsicher, so dass es auch immer mal wieder zu gefrierendem Regen kommen kann. WIND: Vor allem an der Nordseeküste und an den westlichen Mittelgebirgen sind zeitweise stürmische oder gar Sturmböen nicht auszuschließen. Basis für Mittelfristvorhersage IFS, MOSMIX

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher

Datenbasis : Deutscher Wetterdienst - Text ungekuerzt

Übersicht - Mittelfrist

Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den  Zeitraum 3. bis 7. Folgetag.
Erläuterungen zum Aufbau des Berichtes sowie die Bedeutung der speziellen Begriffe und Abkürzungen finden Sie hier 
 
     open  Aufbau und Erklärungen