Synoptische Übersicht Mittelfrist - täglich mittags
Synoptische Uebersicht - MittelfristSamstag mit Passage eines kräftigen Tiefs Schneefälle, teils kräftig, eventuell in Staulagen unwetterartig, lokal gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Dazu im Norden und Süden kräftiger Wind mit Sturmböen, lokal auch mit Verwehungen. Am Sonntag Wetterberuhigung, an den Alpen noch meist mäßiger Schneefall, in der Nacht zum Montag gebietsweise strenger Frost. Ab dem Montag von Südwesten Niederschläge, meist markante Schnee, teils Übergang in Regen, Glättegefahr. Im Südwesten und an der Nordsee mitunter auflebender Wind, bei Schnee damit auch Verwehungen. Nachts gebietsweise erneut strenger Frost. Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 14.01.2026 Am Samstag greift laut IFS am Vormittag von Westen ein kräftiges Bodentief mit einem Kerndruck von knapp über 990 hPa auf den Nordwesten Deutschlands über. Da sich der zugehörige Höhentrog im Tagesverlauf abschwächt und der für die Entwicklung des Bodentiefs günstig gelegene kurzwellige Anteil des Troges an Kontur verliert, kann sich das Bodentief nicht weiter vertiefen. Im Gegenteil, es füllt sich auf seinem Weg nach Hessen (Abendposition, 1002 hPa) schon deutlich auf, in der Nacht verliert es weiter an Bedeutung im Druckfeld. Die Achse des Langwellentrogs zieht sich bis zum Samstagmorgen ins östliche Mitteleuropa zurück, auf seiner Rückseite bleibt die Höhenströmung aber zyklonal aufgestellt, so dass Tief und Trog in der Nacht noch über der Südhälfte für Niederschläge sorgen. Diese fallen dann bei 850er Temperaturen, die auf der Rückseite des schwächelnden Tiefs wieder auf -5 bis -10°C fallen, durchweg als Schnee. Tagsüber dagegen fällt sehr verbreitet Niederschlag, der im Tagesverlauf im Norden nachlässt. Bei 850er Temperaturen von um -5°C könnte in den Niederungen auch Regen mit von der Partie sein, was auch die Option von gefrierendem Regen mit Glatteis beinhaltet. Das gilt aber nur für die Mitte. Über dem Norden wird durchgehend kalte Luft aus Osten advehiert, so dass dort die Gefahr von gefrierendem Regen vergleichsweise gering ist. Die Niederschlagsmengen sollen vor allem in den Staulagen der südlichen Mittelgebirge und der Alpen doch erheblich sein, zwischen 15 und 30 l/qm in 24 Stunden simuliert IFS in der Spitze, was dann Unwetter-Schneefall entsprechen würde. Anfang weht der Wind vor allem an den Küsten und im Küstenumfeld sowie in den südlichen Berglagen kräftig mit steifen Böen Bft 7 und stürmischen Böen Bft 8, in exponierten Lagen (Küste, exponierte Gipfellagen) ist auch noch mehr drin bis zu schweren Sturmböen (Windrichtung: im Norden um Ost, im Süden um West; Achtung: auch Schneeverwehungen sind möglich)). In der Südhälfte und dem Westen steigen die Temperaturen auf 0 bis 4°C, im Norden bleibt es dauerfrostig, im Osten liegen die Maxima teils nicht über -5°C. Nachts gibt es dann allgemein Frost, meist zwischen -4°C und -9°C, im Osten sinkt das Thermometer unter -10°C und damit in den strengen Frostbereich. Am Sonntag baut sich vorderseitig eines Höhenrückens über Westeuropa eine Bodenhochdruckzone auf, deren Schwerpunkt vom Nordwesten über die Mitte in den Südosten wandert, in der Nacht dann auch die Alpen überquert und bis zum Morgen Kroatien und Bosnien ins Visier nimmt. Auf der Ostflanke des Hochs staut es am Vormittag noch an die Alpen an, entsprechend fällt Schnee. In der Spitze können, bis der Schneefall am Nachmittag nachlässt, um 15 cm Neuschnee zusammenkommen. Der Wind spielt keine prominente Rolle mehr, im Westen und Norden zeigt sich länger die Sonne. Am Rhein können die Höchstwerte ganz knapp in den positiven Bereich vorstoßen, meist ist es dauerfrostig mit -6°C bis 0°C. In der Nacht liegen die Tiefstwerte bei -6 bis -15°C. Am Montag zieht die Hochdruckzone nach Südosten ab, nachfolgend greift ein Frontenzug auf den Südwesten über. Dieser ist einerseits in einen Bodentrog eingelagert, andererseits bekommt er durch einen markanten Kurzwellentrog, der zu einer Zone tiefen Geopotentials über dem Nordatlantik gehört, etwas Dynamik verliehen. Die mit der Front verbunden Schneefälle erreichen bis zum Abend etwa eine Linie Emsland - Allgäu, die mit der Front einsetzende Milderung lässt die 850er Werte im Westen zum Abend auf Werte nahe 0°C, zum Morgen bis auf knapp 3°C ansteigen. Da der Kurzwellentrog in der Nacht aber von einem kräftigen, von Westen heranrückenden Rücken eingefangen wird und das steigende Geopotential die Hebungsimpulse hemmt, zerfleddert die Front in der Nacht auf ihrem Weg vom Südwesten in die Mitte. Mit der Front frischt in der Westhälfte der Wind auf, an der Nordsee und in den Hochlagen des Westens sind dann Böen Bft 7, eventuell auch einzelne Böen Bft 8 möglich. Mit der im Westen einetzenden Milderung ist ein Übergang des Schnees in Regen mit entsprechender Glättegefahr eine Option, meist sollte aber Schnee fallen. Meist bleiben die Mengen unter 5 cm, lokal akkumuliert es auf 5 bis maximal 10 cm Neuschnee, nur am westlichen Alpenrand und im Süden Baden-Württemberg, wo die Front zu schleifen beginnt, kann es noch mehr Neuschnee geben. Die Temperaturen (Tag und Nacht) liegen etwa im Bereich des Vortages. Am Dienstag greift von Südwesten neuer Niederschlag auf Deutschland über, der bis Mittwochvormittag unter deutlicher Abschwächung den Nordosten erreicht. Mit diesen Niederschlägen geht markante WLA einher, bis zum Donnerstagmorgen steigen die 850er Temperaturen auf 2 bis 7°C und damit durchweg in den positiven Bereich. Im Südwesten ist es durch die leichte Milderung tagsüber frostfrei, sonst liegen die Tagesspitzen der Temperatur bei -7°C bis 0°C. Nachts herrscht Frost zwischen -1°C und -12°C. In der erweiterten Mittelfrist zeigt sich eine leichte Tendenz zu einer Wetterberuhigung. Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der aktuelle Lauf des IFS zeigt im Vergleich zum direkten Vorlauf eine gute Übereinstimmung, im Vergleich mit dem gestrigen 00-UTC -Lauf jedoch deutliche Unterschiede. Diese liegen z. B. in der Verlagerungsgeschwindigkeit des kleinräumigen, aber kräftigen Tiefs, das am Samstag Deutschland überqueren soll. Dieses wird in den beiden jüngeren Läufen deutlich langsamer eingeschätzt als noch im gestrigen 00-UTC -Lauf, der z. B. Ähnlichkeiten zur aktuellen Lösung von ICON aufweist. Die Phasenunterschiede zwischen den letzten beiden Läufen und dem gestrigen 00-UTC -Lauf setzt sich im Weiteren fort. Die Wetterberuhigung durch die sich vorübergehend etablierende Hochdruckzone sowie deren Bewegung nach Südosten simuliert der am Weitesten zurückliegende Lauf am schnellsten. Ab Montag laufen dann auch die beiden jüngeren Läufe auseinander. Während die beiden 00-UTC -Läufe zum Wochenbeginn einen neuen Höhenrücken von Westen her avisierten, glättete nach dem 12-UTC -Lauf die Höhenströmung zonal orientiert durch. Damit werden auch die Feuchtefelder und in der Folge die Niederschläge unterschiedlich simuliert. Vergleich mit anderen globalen Modellen Schon zum Beginn des Mittelfristzeitraumes zeigen die Modelle deutliche Unterschiede. Während IFS und GFS am Samstagmorgen die Position des Tiefs recht ähnlich westlich des Münsterlandes verdrahten, liegt das Tief nach UK10 schon über Südhessen, nach ICON schon über dem Norden des Böhmischen Beckens. In der Folge werden die bodennahen Strömungsmuster, die Hebungsimpulse und auch die Niederschläge in Intensität und Phase deutlich unterschiedlich abgeschätzt. Für den Beginn des Mittelfristzeitraumes sind die Unterschiede schon beträchtlich. Bezüglich des am Sonntag von Norden her übergreifenden Bodenhochs setzten UK10 und ICON beim Tempo die Maßstäbe. Etwas verhaltener bezüglich des zeitlichen Übergreifens ist IFS unterwegs, GFS lässt das Hoch für uns am spätesten wetterwirksam werden. Insgesamt kann man nach den anfänglich großen Unterschieden ein gewisses Zusammenlaufen der Modelle konstatieren. Am Montag läuft dann ICON den anderen genannten Modellen voraus, so greifen die Feuchte- und Niederschlagsfelder bei ICON deutlich schneller von Westen her über als bei den anderen drei Modellen, gleiches gilt für die Milderung in 850 hPa. Die externen Modelle geben bezüglich der genannten Parameter ein recht einheitliches Bild ab, auch was die Verlagerungsgeschwindigkeit angeht. Letzteres gilt auch für die Situation in 500 hPa, wo der hereindrückende Rücken bei ICON zügiger unterwegs ist als bei den anderen Modellen. Ab Dienstag werden die Detailunterschiede wieder größer. Was sich aber festhalten lässt: Alle Modelle setzten auf eine von Südwesten einsetzende Milderung, die in 850 hPa die Temperaturen deutlich ansteigen lässt - bei z. B. ICON und IFS deutschlandweit über 0°C, bei GFS zumindest im Süden und der Mitte über 0°C. Bewertung der Ensemblevorhersagen Die IFS-Clusterung ergibt im Zeitfenster +72 bis +120 Stunden drei Cluster, die alle von der Kategorie "Negative NAO" in die Kategorie "Altantischer Rücken" wechseln. Letztendlich setzen damit alle Lösungen auf eine allmähliche Wetterberuhigung zum Sonntag hin, nachdem am Samstag noch das kräftige Schnee- bzw. Sturmtief für spannendes Wetter gesorgt hat. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der Deterministische Lauf zwar im mit 22 Mitgliedern größten Cluster liegt, die mit 17 und 12 Mitgliedern kleineren Cluster aber beide eine schnellere Verlagerung des Tief andeuten und somit in die Richtung tendieren, die auch UK10 oder ICON vorgeben. Im Zeitfenster +120 bis +168 Stunden werden wieder drei Cluster ermittelt, die sich alle anfangs in der "Negativen NAO" bewegen, dann aber in eine Blockierungslage (größter Cluster mit 28 Mitgliedern, zu denen auch der Hauptlauf gehört) oder in die Lage "Atlantischer Rücken" wechseln. Die Blockierungslage zeichnet sich durch den markantesten Höhenrücken aus. Im Bodendruckfeld greift beim mit 14 Mitgliedern mittleren Cluster der Tiefdruckeinfluss vom Atlantik her am weitesten nach Osten bis zu den Pyrenäen und zum westlichen Mittelmeer über, womit Deutschland in einer (kalten) östlichen Strömung verbleiben würde. Laut des kleinsten Clusters (9 Mitglieder) verbleibt das Tief dagegen vor der Iberischen Halbinsel, über dem Alpenraum und Süddeutschland soll dagegen Hochdruck dominieren, was dann für den Nordosten eine Milderung unwahrscheinlich macht. Insgesamt ist die Spannweite der Lösungen noch groß, die Ensemblemitglieder müssen noch zusammenfinden. Die Rauchfahnen des IFS-Ensembles zeigen ab der Nacht zum Samstag für die 850er Temperatur eine deutliche Auffächerung der Streuung, die bis in den Sonntag etwa konstant bleibt, ab dem Montag dann nochmals zunimmt. Dabei sinken die 850er Werte bis zum Sonntag hin ab, ab dann steigen sie wieder an. Das ist zumindest das Bild beim Blick auf die Gesamtverteilung. Entsprechend der Verlagerung des Tiefs und der Strömung erreichen die einzelnen Mitglieder des Ensembles den Tiefpunkt der Temperatur früher oder später. Qualitativ stützen die GFS-Ensembles diejenigen des IFS. Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen TEMPERATUREN: Der EFI zeigt für den Mittelfristzeitraum praktisch durchgehend, und insbesondere für den Nordosten, Signale für signifikant unter dem Klimamittel liegende Temperaturen. COSMO-LEPS zeigt für die Nächte zum Sonntag und Montag in der Südwesthälfte geringe, dort in den Hochlagen auch mittlere Wahrscheinlichkeiten (bis etwa 50%) für strengen Frost unter -10°C. Im Nordosten liegen die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten in der Nacht zum Sonntag um 60%, in der Nacht zum Montag bei bis zu 100%. WIND: Am Samstag an den Küsten und in den Hochlagen des Südwestens stürmische Böen und Sturmböen wahrscheinlich (Höchste Wahrscheinlichkeiten an der Schleswig-Holsteinischen Ostküste mit bis zu 100%). SCHNEE: Am Samstag bei COSMO-LEPS im Schwarzwald und im Allgäu Wahrscheinlichkeiten von bis zu 70% für mehr als 10 cm Schnee in 12 Stunden, im Allgäu auch in der Nacht zum Sonntag entsprechende Werte. Ansonsten in den Mittelgebirgen nur geringe Wahrscheinlichkeiten (meist 10 bis 20%) für mehr als 10 cm Neuschnee. Am Montag allgemein nur noch geringe Signale für mehr als 10 cm Neuschnee. Achtung: In Verbindung mit Wind Schneeverwehungen möglich, bei einsetzender, auch vorübergehender Milderung und Übergang von Schnee in Regen auch Glatteis möglich. Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, MOSMIX VBZ Offenbach / Dipl. Met. Martin Jonas |
Übersicht - Mittelfrist
Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den Zeitraum 3. bis 7.
Folgetag.
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