Synoptische Übersicht Mittelfrist - täglich mittags
Synoptische Uebersicht - MittelfristKalter Witterungsabschnitt mit Dauerfrost und teils strengen Nachtfrösten. Zeit- und gebietsweise Schneefall, Niederschlagsprognose aber sehr unsicher. Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 09.01.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Montag liegt Deutschland im Einflussbereich eines umfangreichen und mit Kaltluft angereicherten Langwellentroges, der sich vom Norden Europas bis in den Südwesten Europas erstreckt. Korrespondierend dazu befindet sich im Bodendruckfeld eine umfangreiche Tiefdruckzone mit einem Schwerpunkt über Skandinavien, Nord- und Ostsee und einem weiteren über dem westlichen Mittelmeerraum. Für unser Wetter verantwortlich ist zunächst der nördliche Schwerpunkt, bei dem Randtröge immer wieder für die Ausbildung neuer Tiefdruckzentren sorgen. Dabei ist eine kalte Luftmasse wetterbestimmend mit Temperaturen in 850 hPa um minus 9 Grad. Am Rande der Tiefdruckgebiete gibt es im Norden zeitweise Schneefall. In der Mitte und im Süden ist der Einfluss einer Hochdruckbrücke wirksam, die sich zwischen den beiden Tiefs aufgebaut hat. Nach einer kalten Nacht mit häufig mäßigem, teils auch strengem Nachtfrost ändert sich am Dienstag wenig an der Wetterlage. Einzig auf den Südosten greifen ausgehend von dem Richtung Italien ziehenden Mittelmeertief Schneefälle von Süden über. Diese Schneefälle halten dort auch am Mittwoch weiter an. Sonst bleibt der leichte Hochdruckeinfluss erhalten und weitet sich auch auf den Norden aus. Denn der Trog beginnt Richtung Frankeich abzutropfen, sodass ein weiteres vom Nordmeer kommendes Tief nun nicht mehr Kurs Richtung Deutsche Bucht, sondern Richtung Südwesteuropa nimmt. Am Donnerstag zieht das ehemalige Mittelmeertief über den Südosten Europas ostwärts ab und die Schneefälle im Südosten Deutschlands lassen wieder nach. Sonst bleibt Hochdruckeinfluss wetterwirksam, wobei die Hochdruckzone zum Freitag hin mit Annäherung eines neuen Troges von den Britischen Inseln allmählich südostwärts gedrückt wird. An dessen Trogspitze kann sich ein Randtief zu einem Sturmtief entwickeln, das sich Freitagmittag mit seinem Zentrum und einem Kerndruck unter 980 hPa über England befindet. Von dort aus soll es unter weiterer Intensivierung über die südliche Nordsee Richtung Südskandinavien ziehen. Somit greift dessen Sturmfeld im Laufe des Freitags und in der Nacht zum Samstag auch auf uns über. Das teilokkludierte Frontensystem greift ebenfalls über, überquert uns rasch ostwärts und bringt gebietsweise Schneefälle. Vor allem im Süden kann gebietsweise auch vorübergehend gefrierender Regen auftreten, je nachdem wie kräftig der Warmlufteinschub ausfällt. Auch in der erweiterten Mittelfrist bleibt es wechselhaft und bei weiterer Kaltluftzufuhr winterlich bei zeitweisen Schneefällen. Zum kommenden Montag hin könnte dann von Westen wieder mildere Luft durchgreifen. Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bereits ab Mittwoch lässt die Konsistenz des EZMW-Modells nach. Während nach dem gestrigen 00 UTC Lauf von Nordwesten weitere Niederschläge übergreifen sollten, bleiben diese nun durch Abtropfen des Troges weitgehend außen vor und es dominiert in weiten Teilen Deutschlands Hochdruckeinfluss. Das Übergreifen des Sturmtiefs wurde auch in den Vorläufen schon gezeigt, der gestrige 00 UTC Lauf zeigte aber eine schnellere Verlagerung auf einer deutlich südlicheren Zugbahn. Der gestrige 12 UTC Lauf zeigte eine langsamere Verlagerung auf ähnlicher Position wie der heutige 00 UTC Lauf, ließ das Sturmtief aber nicht ostwärts ziehen. Vergleich mit anderen globalen Modellen Auch die Modellunterschiede nehmen ab Mittwoch deutlich zu. So lässt ICON die Niederschläge des Mittelmeertiefs auf den gesamten Süden und auch auf den Osten übergreifen. GFS zeigt keinen nennenswerten Einfluss des Mittelmeertiefs auf unser Wetter, stattdessen kommen weitere Niederschläge mit einem Sturmtief von Nordwesten auf. Das Übergreifen des Sturmtiefs zum Freitag und dem Wochenende zeigen die Modelle wiederum alle, wenn auch noch mit unterschiedlicher Position und Intensität. Insofern ist eine zuverlässige Vorhersage vor allem bezüglich der Niederschläge ab Mittwoch nicht möglich. Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen bis Donnerstag einen recht einheitlichen Verlauf bei relativ geringem Spread, sowohl bei der T850 hPa als auch beim Geopotential 500 hPa. Auch für Berlin beispielweise sind die Niederschlagssignale zur Wochenmitte sehr gering, sodass die ICON Lösung eher unwahrscheinlich ist. Ab Donnerstag nimmt der Spread zu, wobei die Mehrheit der Member dem Hauptlauf folgt. Zunehmende Niederschlagssignale und ein Anstieg der Temperatur (im Norden nur leicht, im Süden etwas stärker ausgeprägt) deuten auf das Übergreifen des Sturmtiefs oder zumindest auf wieder zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Somit basiert die Vorhersage heute überwiegend auf dem IFS. Die Clusterung des EZMW besitzt für den Zeitraum t+72 bis 96 Stunden nur einen Cluster. Für den nachfolgenden Zeitraum von Mittwoch bis Freitag 00 UTC und auch für die erweiterte Mittelfrist sind es jeweils vier Cluster. Bei den meisten Clustern dominiert zunächst der Hochdruckeinfluss, was bei Cluster 3 und 4 auch am Samstag noch der Fall ist. Dort bleibt das Sturmtief vor Westeuropa liegen. Eine ähnliche Entwicklung zum Hauptlauf zeigen Cluster 1 und 2, in denen auch die meisten Member enthalten sind. Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Im Vorhersagezeitraum herrscht tagsüber vielerorts leichter Dauerfrost, in den Nächten muss im Bergland und im Süden teils mit strengem Frost gerechnet werden. Sonst gibt es zunächst voraussichtlich keine markanten Wettererscheinungen. Einzig im Bergland sind bei auffrischendem Wind ab Donnerstag Schneeverwehungen nicht ausgeschlossen. Am Freitag und in die erweiterte Mittelfrist hinein könnte es im Norden stürmisch werden mit schweren Sturmböen an der Nordsee. Die aufkommenden Niederschläge können teils markante Neuschneemengen bringen, im Süden ist auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Diese Entwicklung ist aber noch sehr unsicher. Basis für Mittelfristvorhersage IFS, MOS-EZMW, EZMW-EPS VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger |
Übersicht - Mittelfrist
Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den Zeitraum 3. bis 7.
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