Synoptische Übersicht Mittelfrist - täglich mittags
Synoptische Uebersicht - MittelfristMeist leicht wechselhaft. Im Westen anfangs mild, sonst mäßig kalt bis kalt. Nächte frostig. Küsten anfangs stürmischer Ostwind. Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 28.01.2026 Zu Beginn der Mittelfrist befindet sich Deutschland zwischen den Einflusssphären einer blockierenden Antizyklone über dem Europäischen Nordmeer und eines von Westen heranrückenden Troges, der in der Folge nach Italien abtropft. An dieser großräumigen Konstellation ändert sich im weiteren Verlauf der Mittelfrist nur wenig. Am Samstag erfasst eine schwache Front den Westen Deutschlands. Diese geht mit leichten, zeitweise variablen Niederschlägen einher, die sich unter allmählicher Abschwächung nordwärts ausbreiten, wobei im Norden überwiegend Schnee fällt. Auf dem Weg nach Osten gerät die Front zunehmend unter Hochdruckeinfluss; zudem setzt über dem westlichen Mittelmeerraum eine Austrogung ein. Im Osten bleibt es in kalter Kontinentalluft bei leichtem Dauerfrost. Lediglich an der Ostsee sind durch Lake-Effekt einzelne Schneeschauer möglich. Im Südwesten und Westen werden Höchstwerte zwischen 3 und 6 Grad erreicht. An den Küsten weht ein kräftiger bis stürmischer Ost- bis Südostwind. Am Sonntag liegt Deutschland zwar noch im Einflussbereich des Troges, dieser ist jedoch kaum wetterwirksam, da der Abtropfprozess über Italien erfolgt. Entsprechend verläuft das Wetter meist ruhig. An der Ostsee können weiterhin einzelne Schneeschauer auftreten. Ab dem Abend und vor allem in der Nacht zum Montag sind durch das Italientief über Südostdeutschland Aufgleitniederschläge möglich, meist in Form von Schnee. Dabei sind Neuschneemengen von 5 bis 10 cm durchaus denkbar. Diese Entwicklung ist jedoch mit großer Unsicherheit behaftet und wird von den Modellen unterschiedlich simuliert. Am Montag greifen die Aufgleitschneefälle auf die gesamte Südosthälfte Deutschlands über, da sich das Höhentief etwas annähert, während das Bodenhoch mit seinem Kern zwischen Ungarn und Rumänien verbleibt. Der übrige Teil Deutschlands steht unter Hochdruckeinfluss. Dabei setzt sich auch im Westen eine Abkühlung durch. Am Dienstag verliert das Tief zunehmend an Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Eine Potenzialbrücke sorgt weiterhin für ruhige und meist trockene Wetterverhältnisse. Erst am Mittwoch nähert sich von Westen ein neuer Trog. Auch dieser zeigt jedoch die Tendenz, nach Süden in den Mittelmeerraum abzutropfen, anstatt nach Osten durchzuschwenken. Entsprechend verlieren die Fronten auf dem Weg nach Deutschland an Wetterwirksamkeit. Lediglich der Westen profitiert zeitweise von etwas Niederschlag, ansonsten bleibt es überwiegend trocken. Dabei bleibt es im Osten bei östlicher bis südöstlicher Strömung kalt, während im Westen wiederholt mildere Luftmassen einfließen. Der Donnerstag stellt erneut einen Zwischentag dar, bevor am Freitag der nächste Vorstoß von Westen erfolgt. Ob sich dieser wetterwirksam durchsetzen kann, ist - ähnlich wie zuvor - unsicher. Insgesamt bleibt es im Osten kalt, im Westen mäßig kalt. Nennenswerte Niederschläge werden abgesehen von den möglichen Aufgleitschneefällen am Montag kaum erwartet. Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Zunächst ist die Konsistenz des IFS als gut, ab Sonntag als moderat einzustufen. Die großräumigen Druckgebilde werden hinsichtlich ihrer Entwicklung, Lage und Intensität relativ homogen dargestellt. Allerdings nimmt die Streuung zum Ende des Wochenendes bei schwachen Druck- und Geopotenzialgradienten über Mitteleuropa zu. Zwar zeigt sich über Westeuropa eine ausgeprägte Tiefdruckaktivität, diese Systeme werden jedoch überwiegend in den Mittelmeerraum abgelenkt und erreichen Deutschland nur in abgeschwächter Form. Zudem deutet sich eine potenzielle Luftmassengrenze über Deutschland an: Von Westen her versucht sich mildere Luft durchzusetzen, wird jedoch durch ein Blocking über Osteuropa behindert, sodass insbesondere die Osthälfte häufig in der Kaltluft verbleibt. Vergleich mit anderen globalen Modellen Auch die anderen Modelle deuten auf eine ähnliche Entwicklung hin: Mehrere Tiefdruckgebiete unternehmen wiederholt Vorstöße von Westen in Richtung Mitteleuropa, stoßen jedoch auf ein blockierendes Hoch über Nord- und Osteuropa. Dadurch wird der Zugweg der Tiefs nach Süden abgelenkt, sodass überwiegend eine südliche Zugbahn über den Mittelmeerraum verbleibt. Im Detail zeigen sich jedoch teils erhebliche Unterschiede zwischen den Modellen. Dies wird insbesondere bei den Aufgleitniederschlägen zwischen Sonntagabend und Montagabend deutlich, die sehr heterogen simuliert werden. Die Südosthälfte Deutschlands ist hierfür grundsätzlich prädestiniert, Ausmaß und Intensität sind jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet. Unabhängig davon bleibt der Osten Deutschlands länger in der Kaltluft, während im Westen wiederholt mildere Luftmassen einfließen. Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen verschiedener Städte zeigen bereits zu Beginn der Mittelfrist eine zunehmende Streuung in der Temperaturentwicklung. In allen Simulationen ist zunächst eine Abkühlung erkennbar, mit einem Minimum zwischen Montag und Dienstag, bei etwa -10 °C in 850 hPa. Diese fällt im Nordosten ausgeprägter aus als im Südwesten. Niederschlagssignale sind insgesamt nur schwach vorhanden; lediglich im Südosten zeigen sich am Montag Hinweise auf Aufgleitschneefälle. Ab der Mitte der kommenden Woche steigen die Temperaturen wieder an, wobei der Spread deutlich zunimmt. In 850 hPa reicht die Spannweite dann von etwa 0 bis -15 °C. Die Clusteranalyse zeigt im Zeitraum t+72 bis t+96 h drei Cluster, die übereinstimmend eine südlich ausgerichtete Westlage bei gleichzeitigem Blocking über dem Nordmeer aufweisen. Im Zeitraum t+120 bis t+168 h ergeben sich sechs Cluster, wobei sich Haupt- und Kontrolllauf im selben Cluster befinden. Trotz der erhöhten Clusteranzahl zeigen alle Lösungen weiterhin ein Blocking über Nordeuropa sowie einen aktiven Atlantik mit einer insgesamt kräftigen westlichen Strömung, jedoch mit südlicher Tendenz. Deutschland liegt dabei wiederholt am Rand des Hauptwettergeschehens, entweder auf der kalten oder auf der milderen Seite der Luftmassengrenze. Auch zum Ende der Mittelfrist bleibt das großräumige Muster ähnlich, allerdings reduziert sich die Clusteranzahl wieder auf zwei bis drei. Fazit: Deutschland liegt während der gesamten Mittelfrist im Übergangsbereich zwischen kälteren und milderen Luftmassen, jedoch abseits des eigentlichen Hauptwettergeschehens. Entsprechend sind keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten. Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Samstag treten an der Nordsee stürmische Böen auf, ansonsten werden keine markanten Wettererscheinungen erwartet. In der Mitte und im Südosten kann es örtlich zu gefrierendem Regen kommen. Am Montag sind im Südosten teils kräftigere Schneefälle möglich, deren Auftreten und Intensität derzeit jedoch noch mit Unsicherheiten behaftet sind. Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-ENS, MOSMIX VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta |
Übersicht - Mittelfrist
Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den Zeitraum 3. bis 7.
Folgetag.
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