Synoptische Übersicht Mittelfrist - täglich mittags

syn Vorhersage

Synoptische Uebersicht - Mittelfrist

T ausgegeben am Samstag, den 29.11.2025 um 10.30 UTC
Meist ruhiges Spätherbstwetter: im Südosten Hochdruckeinfluss meist neblig-trüb, nur gelegentlich Sonne, im Nordwesten streifende Fronten mit vielen Wolken und mildes Wetter.

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 06.12.2025 Der gesamte Mittelfristzeitraum ist geprägt von einem relativ hohen Geopotential über Osteuropa und Russland, das atlantische Tröge weitgehend blockiert und dazu führt, dass diese bevorzugt in den Mittelmeerraum abtropfen. Deutschland befindet sich damit überwiegend an der Trogvorderseite in einer südlichen Höhenströmung, während bodennah eher Hochdruckeinfluss vorherrscht.
 
 Am Dienstag
kommt es über Westeuropa zu einer markanteren Austrogung, wodurch wir deutlicher auf die Trogvorderseite gelangen und der Höhenwind auf Süd dreht. Die Warmfront des Tiefs zieht nach Nordosten ab, während die Kaltfront den Westen erreicht und dort zunehmend ins Schleifen gerät. Insgesamt setzt sich eine sehr milde Luftmasse mit Temperaturen von meist +2 bis +6 °C in 850 hPa durch. Dabei ist es im Südosten - abgesehen von zähen Hochnebel- und Nebelfeldern - recht freundlich, nach Westen hin jedoch überwiegend stark bewölkt.
 
 Am Mittwoch
tropft der Trog über Westeuropa in den westlichen Mittelmeerraum ab; bei uns etabliert sich weiterhin eine Südlage mit milder Luft. An den Alpen stellt sich allenfalls schwacher Föhn ein. Die Kaltfront schleift weiter über dem Westen, bleibt aber weitgehend wetterunwirksam und bringt hauptsächlich dichte Bewölkung. In der Osthälfte kann es teils freundlich auflockern, teils ist jedoch mit anhaltendem, teils dichtem Nebel zu rechnen.
 
 Am Donnerstag
nähert sich vom Nordatlantik der nächste Trog, der auf dem Weg nach Osten von einem Keil blockiert wird. Dadurch verkürzt sich seine Wellenlänge und er zeigt erneut eine Tendenz zum Abtropfen in den westlichen Mittelmeerraum. Für Deutschland bedeutet dies nur geringe Wetteraktivität: Die Kaltfront erhält kaum dynamische Unterstützung und weist zunehmend Auflösungstendenzen auf. Abseits der Kaltfrontbewölkung kann es zeitweise sonnig sein, während in den Niederungen häufig tiefe Bewölkung dominiert.
 
 Am Freitag
tropft der Trog nach Süden ab, und das daraus entstehende Höhentief zieht bis nach Algerien. Über Deutschland schwenkt lediglich ein Trogresiduum hinweg, das kaum wetterwirksam ist. Dabei bleibt es weitgehend trocken, und verbreitet hält sich tiefe Bewölkung.
 Am Wochenende bleibt die großräumige Konstellation grundsätzlich erhalten, das Strömungsmuster verschiebt sich jedoch etwas nach Osten. Dadurch geraten wir zunehmend in den Einflussbereich eines sich stetig regenerierenden Langwellentroges, der jedoch weiterhin milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum heranführt. Eine markante Abkühlung ist daher weder im Flachland noch im Bergland zu erwarten. Gleichzeitig zieht sich der Hochdruckeinfluss nach Osten zurück, sodass auch die Frontensysteme der westeuropäischen Tiefdruckgebiete wieder auf Deutschland übergreifen können. In der Folge bleibt es überwiegend bewölkt und unbeständig.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die jüngsten Läufe des IFS zeigen bis zur Wochenmitte eine weitgehend konsistente Entwicklung. In der zweiten Wochenhälfte treten zwar Unterschiede zwischen den Modelllösungen auf, diese sind jedoch voraussichtlich nur von geringer prognostischer Relevanz. Insgesamt erscheint es weiterhin recht wahrscheinlich, dass sich bis Samstag das gestern skizzierte Muster fortsetzt: im Nordwesten milderes, überwiegend bewölktes und leicht unbeständiges Wetter, im Südosten dagegen kälteres Wetter mit einem Wechsel aus sonnigen Abschnitten und zähem Nebel. Markante Wettergefahren wie ergiebige Niederschläge, Schnee, Glätte, Sturm oder strenger Frost sind nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.

Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die heute vorliegenden Modellläufe zeigen bis einschließlich Donnerstag eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Ab Freitag nehmen die Unterschiede zwischen den Modellen jedoch deutlich zu. Zwar bleibt die großräumige Grundkonstellation - mit einem Hochdruckgebiet über Nordosteuropa und von Westen heranlaufenden Tiefdrucksystemen - bestehen, doch weichen die Szenarien im Detail zunehmend voneinander ab. ICON lässt den Trog früher abtropfen und zeigt die Ausbildung einer Potenzialbrücke über Mitteleuropa. IFS und GFS hingegen simulieren das Durchschwenken eines Trogresiduums, das nachfolgend den Weg für weitere atlantische Tröge freimacht.

Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen nach einem Minimum von Geopotential und Temperatur am Montag einen vorübergehenden Anstieg beider Kurven. Anschließend schwankt die Temperatur nur noch geringfügig auf einem insgesamt hohen Niveau (T850 deutschlandweit meist über 0 °C). Ab Freitag nimmt allerdings die Streuung deutlich zu, während der Schwerpunkt der Ensemblekurven nahezu unverändert bleibt. Beim Geopotential zeigt sich ein langsamer Rückgang; zum Freitag und Samstag nimmt auch hier die Streuung stark zu, was auf eine hohe Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Progression des Troges hinweist. Die Niederschlagssignale bleiben in der kommenden Woche insgesamt schwach und nehmen von Nordwesten nach Südosten ab. Die IFS-Clusteranalyse verteilt sich im Zeitraum t+72-96 h auf sechs Cluster. Alle Szenarien zeigen einen Trog über Westeuropa sowie hohes Geopotential über Osteuropa, wobei die Trogprogression insgesamt verlangsamt erscheint. Im Zeitraum t+120-168 h ergeben sich zwei Cluster; Haupt- und Kontrolllauf liegen im Cluster 2. Dieses Szenario zeigt ein Blocking über Nordosteuropa und gleichzeitig eine hohe atlantische Aktivität, wobei die Tröge bevorzugt in den Mittelmeerraum abtropfen, anstatt über Mitteleuropa hinwegzuziehen. In der erweiterten Mittelfrist werden vier Cluster angeboten: Zwei deuten auf eine ostwärtige Progression der Tröge hin, wodurch Deutschland zunehmend in deren Einflussbereich gelangt. Die beiden anderen Cluster lassen ein stärker ausgeprägtes Blocking im Osten erkennen, sodass die Tröge eher zum Abtropfen tendieren, anstatt ostwärts durchzuschwenken. Fazit: Es zeichnet sich für Deutschland überwiegend ruhiges, spätherbstliches Wetter ab - mit nur wenig Wetteraktivität und für die Jahreszeit relativ milden Temperaturen.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Für den mittelfristigen Zeitraum werden derzeit keine signifikanten Wettererscheinungen prognostiziert. Basis für Mittelfristvorhersage MOS-MIX, IFS-EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta

Datenbasis : Deutscher Wetterdienst - Text ungekuerzt

Übersicht - Mittelfrist

Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den  Zeitraum 3. bis 7. Folgetag.
Erläuterungen zum Aufbau des Berichtes sowie die Bedeutung der speziellen Begriffe und Abkürzungen finden Sie hier 
 
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